Einreisebestimmungen für Ausländer

Generell dürfen sich in Deutschland nur solche Ausländer aufhalten, die einen gültigen und von der deutschen Behörde anerkannten Ausweis mit sich führen. Das gilt auch für Menschen aus Japan. Allerdings benötigen Japaner anders als viele Menschen aus Ländern, die nicht zur EU gehören, zur Einreise nach Deutschland kein Visum. Diesen Vorzug teilen Staatsangehörige aus Japan mit jenen Einreisewilligen aus den Ländern Australien, Kanada, Neuseeland, USA, aus der Republik Korea und aus Israel. Mit all diesen Ländern wurde ein entsprechendes Abkommen geschlossen. Grundsätzlich gilt jedoch, dass Ausländer, die aus Staaten jenseits der EU stammen, ein entsprechendes Visum benötigen. Für die Angehörigen der Länder, für die die EU die Visumspflicht zurückgenommen hat, besteht die Erlaubnis, sich pro Halbjahr höchstens drei Monate in Deutschland ohne Visum aufzuhalten. Nach § 71, Abs. 2 des Aufenthaltsgesetzes werden die Visa von den Auslandsvertretungen und Botschaften der jeweiligen Länder ausgestellt. Diesbezüglich ist wiederum jene Auslandsvertretung verantwortlich, in deren Region der Antragsteller seinen Wohnsitz meldet. Bis über die Erteilung eines Visums seitens der Auslandsvertretung entschieden ist, können bis zu zehn Werktage vergehen. Plant ein visumspflichtiger Ausländer einen längeren Deutschlandaufenthalt, so kann die Bearbeitungszeit mitunter auch mehrere Monate Zeit in Anspruch nehmen.
Diesbezüglich gestaltet sich die Einreise für Ausländer aus Japan sehr viel einfacher. Allerdings muss bei der Planung eines längeren Deutschlandaufenthaltes ein so genannter Aufenthaltstitel erworben werden. Dieser Aufenthaltstitel wird dem japanischen Staatsangehörigen von der in der jeweiligen Gemeinde befindlichen Ausländerbehörde erteilt. Da die Einreise aus Japan ohne Visum grundsätzlich möglich ist, besteht die Chance, den Aufenthaltstitel erst dann zu beantragen, wenn sich die betreffende Person bereits in Deutschland befindet. Im Gegensatz zu den Angehörigen vieler anderer Nicht-EU-Staaten kann ein solcher Aufenthaltstitel auch für einen längeren Zeitraum erteilt werden. Die Aufenthaltsgenehmigung speziell für Japaner beschränkt sich diesbezüglich nicht nur auf 90 Tage. Wird die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit beabsichtigt, so müssen des Weiteren bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. So gibt es seit dem Jahr 1973 einen Anwerbestopp, der Ausländern den Zugang zu bestimmten Berufen versagt. Die Zustimmung für die Aufnahme einer bestimmten Betätigung muss demnach mit der regional zuständigen Arbeitsverwaltung abgestimmt werden. Wird eine Arbeitserlaubnis erteilt, so gilt diese im Regelfall nicht länger als drei Jahre. Da es sich bei den aus Japan stammenden Bewerbern sehr häufig um angehende oder bereits sehr gut ausgebildete Technologen und Wissenschaftler handelt, können diese unter Umständen sogar davon ausgehen, in Deutschland ein Stipendium oder eine andere Förderung zu erhalten.