Arbeitsaufnahme für Japaner in Deutschland

Eine Arbeitsaufnahme in Deutschland ist für einen aus Japan stammenden Bewerber in der Regel relativ problemlos möglich. So muss ein aus Japan kommender Arbeitnehmer nach seiner Einreise bei der deutschen Ausländerbehörde der jeweiligen Kommune lediglich einen so genannten Aufenthaltstitel beantragen. Die gewünschte Erwerbstätigkeit kann jedoch erst dann aufgenommen werden, wenn der entsprechende Aufenthaltstitel vorliegt. Arbeitnehmer in Japan sind ihren Mitkonkurrenten aus dem außereuropäischen Ausland diesbezüglich im Vorteil, da die Angehörigen der meisten anderen Länder bereits vor der Einreise bei der deutschen Auslandsvertretung ein Visum beantragen müssen. Japaner benötigen hingegen zur Einreise nach Deutschland kein Visum. Da die Arbeitslosigkeit in Deutschland verhältnismäßig hoch ist, hat die Bundesregierung bereits im Jahr 1973 einen so genannten Anwerbestopp beschlossen, so dass gemäß der Beschäftigungsverordnung (BeschV) Menschen aus Drittstaaten der Zugang zu manchen Berufen verwährt bleibt. Diesbezüglich dürfen nur die Angehörigen bestimmter Berufsgruppen den deutschen Arbeitsmarkt bereichern. Außerdem muss im Vorfeld die Zustimmung der zuständigen Arbeitsverwaltung eingeholt werden. Eine etwaige Arbeitserlaubnis wird in der Regel für höchstens drei Jahre erteilt.
Darüber hinaus wird von einem in Deutschland arbeitenden Ausländer erwartet, dass er die deutsche Sprache beherrscht und sich den Gepflogenheiten des Gastlandes anpasst. Da sich auch ein japanischer Staatsangehöriger unmittelbar nach seiner Einreise in Deutschland bei der zuständigen Einwohnermeldestelle registrieren lassen muss, ist ein fester Wohnsitz erforderlich.
Für ehemalige Studenten besteht direkt im Anschluss an das Studium in Deutschland die Möglichkeit, ein Jahr im Land zu bleiben und sich nach einer geeigneten Stelle umzusehen. Japaner, die vor dem 18. Lebensjahr bereits in Deutschland waren und dort auch einen Schulabschluss erworben haben, sind uneingeschränkt erwerbsberechtigt.
Wurde mit einem deutschen Arbeitgeber ein Arbeitsvertrag geschlossen, so ist für die Überweisung der Löhne ein Girokonto erforderlich. Um ein solches eröffnen zu können, muss der ausländische Arbeitnehmer eine entsprechende Meldebestätigung vorweisen.
Doch nicht nur die deutschen Behörden sind bei einem Arbeitsaufenthalt zu informieren. So müssen sich gemäß § 16 des Passgesetzes alle japanischen Staatsangehörigen bei dem jeweils zuständigen Generalkonsulat oder der Japanischen Botschaft melden, falls sie sich länger als drei Monate in Deutschland aufhalten oder dort einen festen Wohnsitz haben. Diese Regelung kommt letztendlich auch den von der Informationspflicht betroffenen Personen zugute, da die Japanische Botschaft bei etwaigen Schwierigkeiten dem japanischen Arbeitnehmer helfend zur Seite steht. Die Meldung bezüglich des Aufenthalts in Deutschland kann auch per Post abgewickelt werden. Nach dieser ersten Aufenthaltsanzeige ist des Weiteren eine etwaige Änderung des Wohnorts unverzüglich der japanischen Behörde mitzuteilen. Dies gilt auch für den Fall, dass ein japanischer Staatsangehöriger wieder in sein Heimatland zurückkehrt.