Freundschaft zwischen Deutschland und Japan

Die Geschichte der freundschaftlichen Beziehung zwischen Deutschland und Japan lässt sich bereits etwa 400 Jahre in die Vergangenheit zurückverfolgen. So arbeiteten bereits in der so genannten Edo-Zeit zwischen 1603 und 1868 deutsche Wissenschaftler und Ärzte in Japan. Dadurch wurde den Japanern die westliche Kultur nähergebracht, und gleichzeitig konnten die Deutschen eine Menge über das im Fernen Osten gelegene Land in Erfahrung bringen. Im Jahr 1861 wurde in Edo, dem heutigen Tokio, ein Handels-, Schifffahrts- und Freundschaftsvertrag zwischen Japan und Preußen abgeschlossen. Die Japaner übernahmen infolgedessen von den Deutschen vieles aus den Bereichen der Kunst, der Wissenschaft und des Rechts. So orientierte sich zum Beispiel der aus Japan stammende Staatsmann Ito Hirobumi bei der Zusammenstellung der modernen japanischen Verfassung an der Preußischen Gesetzgebung. Insbesondere in den 30er Jahren wurden die Beziehungen der beiden Länder Deutschland und Japan intensiviert. So wurde im Jahr 1936 ein Kominternpakt vereinbart sowie 1940 unter der Hinzunahme Italiens ein Dreimächtepakt unterzeichnet. Japan und Deutschland kämpften im Zweiten Weltkrieg für die gleiche Sache und wurden schließlich von den Alliierten besetzt, so dass erst im Jahr 1951 die Möglichkeit bestand, die diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und Japan wieder zu beleben. Der wirtschaftliche Wiederaufbau erfolgte bei beiden Ländern sehr rasch, so dass sowohl Deutschland als auch Japan heute zu den bedeutendsten Industrienationen der Welt zählen. Diese Gemeinsamkeit schweißt zusammen, so dass sich die Beziehungen im Laufe der letzten Jahrzehnte noch weiter verstärkt haben. Doch nicht nur mit den alten Bundesländern hegte Japan eine sehr freundschaftliche Beziehung, sondern auch mit der ehemaligen DDR. Obwohl beide Staaten einem völlig unterschiedlichen politischen System angehörten, wurden im Jahr 1973 die diplomatischen Beziehungen zu Ostdeutschland aufgebaut.

Heute pflegen die beiden Länder Japan und das nunmehr vereinte Deutschland im Rahmen ihrer internationalen Zusammenarbeit als führende Wirtschaftsmächte eine sehr enge Partnerschaft, so dass insbesondere auf Regierungsebene ein sehr reger Besuchsaustausch stattfindet. Darüber hinaus existiert seit dem Jahr 1993 das so genannte „Japanisch-Deutsche Zentrum Berlin“, welches den wissenschaftlichen und geistigen Austausch zwischen Deutschland und Japan anregt und als beratende Institution bei Fragen zur Verfügung steht, die die bilaterale Zusammenarbeit beider Länder betreffen. Des Weiteren wurde auf Veranlassung der Bundesregierung hin bereits im Jahr 1988 in Tokio das „Deutsche Institut für Japanstudien“ ins Leben gerufen. Zwischen Japan und der Bundesrepublik Deutschland besteht diesbezüglich auch auf wissenschaftlicher Ebene eine sehr enge Kooperation. Des Weiteren wird auch auf den regionalen und kommunalen Ebenen ein reger Austausch gepflegt. So existieren derzeit etwa 50 Städte- und Landkreispartnerschaften zwischen Deutschland und Japan, im Rahmen dessen die Möglichkeit geboten wird, die Kultur des jeweils anderen Landes kennen und schätzen zu lernen. Um die Vermittlung der japanischen Kultur ist auch das vor etwa vierzig Jahren gegründete „Japanische Kulturinstitut“ in Köln bemüht. Diesbezüglich leistete auch die von 1999 bis 2000 stattfindende Veranstaltungsreihe „Japan in Deutschland“ einen bedeutenden Beitrag. Neben der wissenschaftlichen Zusammenarbeit und der Pflege des Kulturaustauschs kommt der japanisch-deutschen Handelsbeziehung eine ganz besondere Stellung zu. Für Japan ist Deutschland der größte Wirtschaftspartner Europas. Die beiden Länder stehen auch gegenseitig im Blickpunkt von Investitionen. Der wirtschaftliche Zusammenhalt ist insbesondere in den Zeiten der Globalisierung für beide Seiten äußerst wichtig.